Aus der Geschichte der Schenkendorfschule

Max von Schenkendorf

Die Schenkendorfschule wurde benannt nach einem der bedeutendsten Lyriker der Befreiungskriege, Max von Schenkendorf (1783 – 1817). Die Einweihung der Schule im Jahre 1891 stand unter dem Leitsatz "Friede und Freundschaft". Dies ist ein wichtiger Gedanke, der auch  heute noch Gültigkeit hat, obwohl sich das Menschenbild im Laufe von über 100 Jahren entscheidend geändert hat.
War es im alten Kaiserreich die Aufgabe der Schule, gehorsame und angepasste Bürger zu erziehen, geprägt von einem strengen Sittenkodex und gesellschaftlichen Verhaltensmustern, so ist es heute pädagogisches Ziel, neben der reinen Wissensvermittlung, junge Menschen zu Toleranz, sozialer Verantwortung und demokratischem Verhalten anzuleiten.
Freundschaft im persönlichen Bereich bedeutet nicht nur rücksichtsvolles und vertrauensvolles Umgehen miteinander, sondern im globalen Sinn die Achtung vor Menschen jedweder Religion, Herkunft, Hautfarbe und Sprache.
Freundschaft und Toleranz sind die unabdingbaren Voraussetzungen für ein friedliches Zusammenleben der Menschen untereinander.

Geschichtlicher Abriss

1891 - 1932

Am 12.12.1891 wurde die Schenkendorfschule für 230 katholische Kinder vom 1. bis 8. Schuljahr eingerichtet. 72 evangelische Kinder wurden ebenfalls in eigenen Klassen aufgenommen. Am 7.10.1896 jedoch erhielten die evangelischen Kinder ein eigenes Gebäude in der Hohenzollernstraße. Danach lautete der offizielle Name: Katholische Knaben- und Mädchenschule in der Schenkendorfstraße. Im Jahr 1900 besuchten bereits 468 Kinder die Schenkendorfschule. 1909 wuchs die Zahl auf 1093 Schüler, die in 17 Klassen unterrichtet wurden. Die Klassenstärke betrug zwischen 40 und 70 Kindern. Der Unterricht fand sowohl vormittags als auch nachmittags statt. Am Anfang des 1.Weltkrieges 1914 wurde die Schule geschlossen, da zunächst 5 Klassenräume, später die gesamten Räume, mit Soldaten belegt wurden. Der Unterricht fand in anderen Gebäuden, jedoch nur sehr unregelmäßig, statt. 1919 begann wieder der planmäßige Unterricht.  

1933 - 1945

Bei der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten mussten die Schulen schnell auf die neue Zeit reagieren.  Schon 1934 wurde ein neues Schulgesetz eingeführt, in dem es hieß: „Die oberste Aufgabe der Schule ist die Erziehung der Jugend zum Dienst am Volkstum und Staat im nationalsozialistischen Geist...“.[1]  Die Schüler erhielten „nationalpolitischen Unterricht“ und mussten sich der HJ oder dem BDM anschließen. Auch das Lehrpersonal musste sich an den Veranstaltungen des Nationalsozialistischen Lehrerbundes beteiligen und war fest im Griff der Partei. Am 1.11.1937 wurden die Konfessionsschulen aufgehoben und eine deutsche Gemeinschaftsschule errichtet. Von 1939 bis 1940 wurden 4 Klassenräume für die Frontleitstelle der Wehrmacht belegt. Während des 2. Weltkrieges und im Besonderen ab 1943 war ein geregeltes Schulleben nicht mehr möglich.  

1945 bis heute

Am 1. Juli 1945 wurde mit den Aufräumungsarbeiten mit Hilfe des Kollegiums einer fast vollständig zerstörten Schule begonnen. Am 1.10.1945 begann erneut die Schule mit 900 Kindern, die abwechselnd vormittags und nachmittags am Unterricht in behelfsweise wieder hergestellten Unterrichtsräumen teilnahmen. Im Laufe der folgenden Jahre wurde in Kleinarbeit weiter repariert und immer mehr Klassenräume wurden fertiggestellt. Vom 11.7.1966 - 12.5.1967 wurde eine Totalrenovierung des Gebäudes vorgenommen, während der Unterricht in der Hohenzollernschule stattfand. In dieser Zeit war die Schule immer noch eine katholische Volksschule vom 1. - 8. Schuljahr. Die Klassen umfassten in der Regel 40 - 50 Schüler. Mit Beginn des Schuljahres 1969 wurde die konfessionelle Bindung der Schulen aufgehoben, und die Schenkendorfschule wurde in eine  Grundschule (1. - 4. Schuljahr) und in eine Hauptschule (5. - 9. Schuljahr) aufgeteilt. Zwei eigenständige Schulen wurden unter einem Dach untergebracht, wobei die 5. und 6. Klassen aus Raumgründen in die Castorschule verlegt wurden. Erst 1984 zog die Hauptschule in das  Gebäude der ehemaligen Comenius-Grundschule. Die beiden Grundschulen Schenkendorf und Comenius wurden mit insgesamt ca. 350 Schülern zusammengelegt und bildeten somit die neue, jetzt immer noch bestehende, Grundschule Schenkendorf.  

[1] vgl. Festschrift zum 100 jährigen Jubiläum der Schenkendorfschule Koblenz, 1991  

Schulgebäude 1965/1966